Historie

750.000 v. Chr. - Ohne Feuer keine Wärme

Der Mensch der Vorzeit hatte - da noch unwissend - allen Grund, die Sonne als wärmespendende Gottheit zu verehren. Ebenso deutete er Blitze und andere feuerspeiende Geschehnisse als Strafen oder Hinweise, die von den Göttern offensichtlich so gewollt waren.

400.000 v. Chr. - Das Feuer den Göttern stehlen

Der Urmensch schaffte es irgendwann und irgendwie, das Feuer von den Göttern zu stehlen.

Im Jahre 1964 entdeckten Wissenschaftler im ungarischen Komitat Komarom die bislang älteste bekannte Feuerstelle, deren Ursprung auf etwa 400000 v.Chr. datiert wurde.

Auf diese Weise kam das Feuer zunächst in die Höhlen und später in die Behausung des Menschen, um ihm Licht und Wärme zu spenden.

5000 v. Chr. - Jungsteinzeit

Erfindung des Ofens als Wärmespender mit feuerfester Ummantelung im Gegensatz zur offenen Feuerstelle. Der älteste bekannte Typ ist der aus Lehm geformte Backofen.

ca. 80 v. Chr. - Römisches Reich

Sergius Orata erfand die Fußbodenheizung.
Ein Hohlraum unter dem zu beheizenden Raum wurde über ein außen liegendes Feuerloch durch die Heizgase einer Holzkohlenfeuerung erhitzt. Die Frischluft, die durch einen seitlich liegenden Außenluftkanal angesaugt wurde, erwärmte sich an den heißen Steinen und trat durch Fußbodenöffnungen in den Raum ein.

ca. 1200 n. Chr. - Gotik

Entwicklung der Kachelöfen hin zu Öfen mit nischenartiger Vertiefung, um die wärmespendende Oberfläche zu vergrößern.


1755 - Luftheizung

In St.Petersburg wird die erste Luftheizungsanlage erfunden.

In das Stadtschloss von Potsdam wird derweil eine Warmluftheizung mit drachenförmigen Heizkörpern eingebaut, was einen besseren Wirkungsgrad verspricht.

1850 - Spektralanalyse

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten und entwickelten der Chemiker R. Bunsen und der Physiker G. Kirchhoff die Spektralanalyse. Sie fanden heraus, dass jedes Element, das zum Glühen gebracht wird, Licht in einer für das jeweilige Element spezifischen Art (in einer spezifischen Wellenlänge) aussendet. Diese Strahlung kann langwellig oder kurzwellig sein.

Wo immer im Weltraum Materie unter Einwirkung von hoher Temperatur oder elektrischer Entladungen Licht aussendet, kann deren Natur mit Hilfe der Spektralanalyse erforscht werden.

1870 - Injektionswirkung

An Stelle von Holzfeuerkaminen kamen immer mehr Gaskamine zu Heizzwecken auf. Deren Wärmestrahlung wurde durch blank polierte Kupferblechreflektoren an die Raumluft abgegeben.
Da die Abgase und die Konvektionswärme ungenutzt in den Schornstein strömten, war schon deshalb der Wirkungsgrad äußerst gering. Die Ausnutzung der Abgase war also naheliegend. Durch die Verwendung von Gasbrennern, bei denen die Injektionswirkung des Gasstromes gleichzeitig die Verbrennungsluft ansaugt, war eine erhebliche Temperatursteigerung der Flamme gegenüber einem Brenner mit leuchtender Flamme verbunden. Der Wirkungsgrad steigerte sich demnach erheblich.

1906 - Heizungsrohre im Gipsmantel

Dieses Jahr markiert die Neuzeit der Strahlungsheizung. Erstmals in England wurden Heizversuche mit im Gipsbett eingelegten Stahlrohren vorgenommen.Der entscheidende Unterschied zu früheren Anlagen war, dass die Heizrohre diesmal unmittelbar in den Baustoff gelegt und mäßige Wassertemperaturen verwendet wurden.

1930 - Heizrohre in Beton

Die erste Anlage in Deutschland, bei der im Gegensatz zur englischen Methode die Heizrohre einbetoniert wurden, entstand 1930 in Karlsruhe.


1945 - Wärmestrahler

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Bereich der Strahlungsheizung in zwei Richtungen. Einerseits die Hochtemperaturstrahlung, die in einem Temperaturbereich von 800°C bis 1100°C arbeitet und die Niedertemperaturstrahlung (auch Flächenstrahlung genannt), die unter 100°C arbeitet.


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